Alle Kindergartenkinder waren schon morgens aufgeregt, denn der Zirkus Benjamin sollte zu uns kommen. Wir hatten vorher schon überlegt, welche Tiere wohl zum Zirkus gehören würden. Vielleicht ein Löwe oder ein Tiger? Auf jeden Fall waren wir sehr gespannt, als es endlich losging. Wir saßen alle in einem großen Kreis. In der Mitte lag eine große, runde, rote Plane mit einem blauen Stern in der Mitte. Das war die Manege ....
Plötzlich ging die Musik an und ein Clown trat in den Kreis. Er
begrüßte uns und fragte, ob wir alle da wären- aber irgendwie war er
wohl ein bisschen schwerhörig, denn er fragte das ein paar Mal
hintereinander und wir antworteten immer lauter. Als er uns endlich
verstanden hatte, machte er noch ein paar Scherze.
Dann kam Miss Nicole mit ihrem Federvieh auf die Bühne. Man hatte die
ein tolles, langes Glitzerkleid an. Die Mädchen fanden das alle
wunderhübsch. Miss Nicole hatte fünf weiße Tauben dabei, die auf einer
kleinen Leiter hochgeklettert sind, die auf einer Wippe gewippt haben,
die Karussell gefahren sind und noch vieles andere mehr.
Der Clown zeigte uns dann eine Lasso-Nummer. Er hat ein Lasso
geschwungen, so dass ein Kreis entstand. Dann hat er das über seinem
Kopf und um seinen Körper kreisen lassen. Das sah eigentlich ziemlich
einfach aus, aber als Frau Biler das machen sollte, konnte sie das
nicht. Da mussten wir ziemlich lachen. Aber Malte und Gina konnten das.
Zwei Ziegen waren auch mit- die konnten von einem Hocker auf einen
anderen springen. Dann sollten sie über eine Brücke gehen- die Brücke
war Frau Deisling mit einer Decke über dem Rücken. Als nächstes kam eine große Kiste zum Vorschein. Da saß ein Leguan
drin. Alle Kinder, die mutig genug waren, durften ein lange Reihe
machen und den Leguan streicheln. Wir wissen jetzt, dass ein Leguan
einen ganz langen Schwanz hat, den er wie eine Peitsche benutzen kann.
Jack- der schwarze Hund- war als nächster dran. Der konnte springen wie
ein Flummi und auf zwei Beinen laufen. Dazu hatte er aber nicht so
lange Lust, so dass er sich bei dem Clown abgestützt hat. Das sah aus,
als wollte er mit dem Clown tanzen. Dann durften alle Kinder den Hund
streicheln.
Wir waren ganz gespannt, was als nächstes passieren würde. Vor lauter
Aufregung- und weil wir das so toll fanden- hatten wir alle schon ganz
rote Wangen.
Der Clown trat wieder auf und sagte, er hätte das nächste Tier dabei.
Wir konnten das erst nicht sehen, aber als sich der Bauch des Clowns
plötzlich bewegte, wussten wir, dass sich da was unter seinem T-Shirt
versteckt hat. Und was kam zum Vorschein? Zwei Frettchen. Die beiden
hießen Fipsi und Bernd. Wir kennen jetzt auch den Unterschied zwischen
einem Männchen und einem Weibchen. Die Weibchen wechseln zum Sommer und
zum Winter die Farbe ihres Pelzes- die Männchen nicht. Außerdem sind
die Männchen größer als die Weibchen. Und Bernd war ganz schön kitzelig
am Bauch. Aber vielleicht ist Fipsi das ja auch. Das haben wir nur
nicht getestet. Die Beiden durften wir dann auch streicheln- und da
Frettchen Verwandte von Stinktieren sind, rochen unsere Hände komisch.
Dann war wieder Miss Nicole an der Reihe. Miss Nicole konnte Hula-Hoop
mit 13 (!!!!!!)Reifen gleichzeitig. Cool !!!! Außerdem konnte sie
mehrere Reifen um ihre Arme und Beine kreisen lassen. Das war toll und
wir haben ganz doll geklatscht.
Anschließend brauchte der Clown wieder Unterstützung. Dieses Mal war
Frau Brede dran. Frau Brede sollte sich in die Mitte stellen und sich
auf gar keinen Fall und unter gar keinen Umständen umdrehen. Da sah
Frau Brede ein bisschen ängstlich aus. Der Clown hat das aber auch
wirklich spannend gemacht, bevor er ihr eine……Wärmflasche auf die
Schulter gelegt hat. Beim zweiten Versuch war es dann aber keine
Wärmflasche mehr, sondern eine drei Meter lange Schlange- ein
Tiger-Python. Der wird, wenn er ausgewachsen ist, bis zu sechs Meter
lang und bis zu 140 Kilo schwer. Außerdem hat er 250 winzige Zähne,
spitz wie eine Stecknadel und geformt wie ein Angelhaken. Aber wir
sollten keine Angst haben, er würde uns bestimmt nicht beißen. Frau
Brede hat ihm nicht so wirklich geglaubt. Und als die Schlange dann
noch an ihrem Haar schnuppern wollte, hatte Frau Brede keine Lust mehr,
mitzumachen. Deshalb durfte die Schlange erst einmal auf den Boden, wo
wir sie gut beobachten konnten. Der Clown brauchte dann sechs mutige
Kinder, die die Schlange einmal gemeinsam hochheben wollten. Wir hatten
dann neun Kinder, die die Schlange in die Höhe befördert haben. Dann
kam der Clown mit der Schlange ´rum, und jeder der wollte, durfte sie
streicheln. Die fühlte sich kalt und glatt an- irgendwie komisch.
Dann sprachen wir noch übers Händewaschen. Erst wussten wir gar nicht,
was das mit Zirkus zu tun haben sollte- aber der Clown hat uns dann
erklärt, dass das ganz wichtig wäre, weil wir ja so viele Tiere
gestreichelt hätten. Da hatte er ja recht. Also sind wir nach der
Vorstellung alle in den Waschraum gegangen und haben unsere Hände
gewaschen. Es gab zum Schluss noch einen Riesenapplaus und schon waren 80 spannende Minuten vorbei. Das war richtig toll. Hoffentlich kommt Zirkus Benjamin nächstes Jahr wieder zu uns in den Kindergarten.