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Andacht für Frieden und Würde
Image Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Frieden muss gewagt werden, ist das größte Wagnis und lässt sich nie und nimmer sichern.
(Dietrich Bonhoeffer)



Mit diesen Worten eröffnete Pastorin Fehring die Andacht für Friede und Würde in der Bodelschwingh-Kirche.

In der Nacht zum 28. März 1942 wurde die Innenstadt Lübecks durch einen Luftangriff der Alliierten zerstört, viele Menschen kamen bei diesem Vergeltungsschlag für die Image Bombardierung Coventrys ums Leben. Aber schon gleich nach dem Krieg begann ein Prozess der Versöhnung.
Seit einigen Jahren wird dieses Datum von rechtsradikalen Kräften missbraucht, um in einem Aufmarsch in Lübeck nationalsozialistisches Gedankengut, Rachegefühle und pure Gewalt zu rechtfertigen.

Image Die Andacht ist ein Anliegen über alle Generationen hinweg. Schülerinnen und Schüler des Bildungszentrums Mortzfeld und des Burckhardt-Gymnasiums lesen Texte und unterstützen das Nachdenken und Feiern mit Musik.


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Melanie Jensen, Schülerin des Bildungszentrums Mortzfeld:

Ich bin heute hier, weil ich ein Zeichen setzen will. Ein Zeichen gegen Rechts. Denn das Thema Fremdenfeindlichkeit geht alle an. Jeder ist fast überall Ausländer. Die meisten Mitglieder der rechten Szene haben Angst vor dem, was sie nicht kennen. Es darf in unserer heutigen Welt einfach nicht sein, dass Menschen anderer Hautfarbe oder Religion angepöbelt, verfolgt oder sogar umgebracht werden. Andere Nationalitäten begegnen uns überall, und diese Vielfalt ist für jeden eine große Chance. Eine Chance, etwas Neues zu lernen und damit seinen Horizont zu erweitern. Man muss sich darauf einlassen, aber man kann nur gewinnen. Die Menschen müssen offen aufeinander zugehen, ohne Angst oder Vorurteile. Denn dann kann die Welt endlich wirklich zusammenwachsen und auch voneinander lernen. Wir müssen nur den Mut dazu haben.


Anna Lena Westphal, Schülerin des Bildungszentrums Mortzfeld:

Warum bin ich heute hier? Die Anfrage kam kurzfristig. Obwohl wir drei Wochen Zeit hatten, uns auf diesen Tag vorzubereiten.

Warum mache ich hier mit? Es ist Samstag. Ich habe Wochenende und könnte ausnahmsweise mal ausschlafen. Wieso habe ich also zuhause herumgesessen und mir überlegt, was ich heute hier sagen möchte? Weil das Thema, auch wenn es mich nicht direkt betrifft, dennoch umungänglich ist.

Wieso?

Ich musste nie aus Deutschland fliehen noch habe ich Menschen gekannt, die diese Zeit nicht überlebt haben. Aber sehe ich doch noch die Auswirkungen und höre, wie z.B. meine Großmutter immer wieder darüber spricht, weil es so schwer für sie ist, zu schweigen. Auch wenn ich nachts davon Albträume bekomme, so bin ich dennoch dankbar für diese schauerlichen Geschichten. Weil sie nicht in Vergessenheit geraten dürfen. Weil sie nicht ein zweites Mal geschehen dürfen, und weil sie nicht verfälscht werden sollen.  


Anne Steltner, Schülerin des Bildungszentrums Mortzfeld:

Mir fällt schwer, zu begreifen, wie Menschen aufgrund von anderen Sprachen, Bräuchen und Kulturen so denunziert werden, wo wir doch alle auf dem selben Planeten leben und die selbe Luft atmen. In meinen Augen ist die Welt viel zu klein und heutzutage viel zu leicht zu erreichen, um noch Grenzen durch Hass zu ziehen.

 
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